Fragen zu: Was ist eine Abstoßung?

Frage:

Habe meinem  Sohn vor Jahren eine Niere gespendet. Nun klagt er über Wassereinlagerungen. RR normal, keine Fieber, Kreatinin steigt langsam 2,6 z.Zt.

Morgen muß er ins Krankenhaus. Kann das eine Abstoßung sein?

Dr. Pachmann:

Ohne nähere Informationen, die die behandelnden Ärzte bei der Krankenhausaufnahme erheben werden, ist eine Beurteilung nicht möglich.

Generell ist es so, dass nach Transplantation prinzipiell jeder Creatininanstieg verdächtig auf eine Abstoßung ist. Zum Glück kann man Abstoßungsreaktionen ja mittlerweile sehr gut behandeln, so dass die Gefahr für die Niere üblicherweise eher gering ist.

Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten. So kann zum Beispiel ein schlecht eingestellter Blutdruck die Nieren schädigen, auch ein Infekt, vor allem ein Harnwegsinfekt kann die Niere schädigen.

Sicher ist es sehr gut, dass Ihr Sohn jetzt im Krankenhaus untersucht wird.

Frage:

Ich bin seit über 3 Jahren Nierentransplantiert und habe z.Z. einen Kreaanstieg von bisher etwa 1,4 auf ca.2.0 innerhalb ca. 4 Monaten. Eine Nieren-Punktion ist geplant. Fragen: Wie kann man ein chronische Abst. anhalten?  Welche neueren Medikamete gibt es außer Sandimmun, Cellcept, Prograf um das Immunsystem zu unterdrücken?

Dr. Pachmann:

Vor der Nierenpunktion ist ja keine sichere Aussage möglich, ob es sich um eine Abstoßung handelt, oder ob möglicherweise eher ein Infekt, eine Calcineurininhibitor-Toxizität vorliegt oder eine andere Ursache an der verschlechterten Nierenfunktion schuld ist.

Eine Abstoßung kann man oft mit einer kurzfristig stark erhöhten Cortisondosis dauerhaft unterdrücken. Ansonsten gibt es neben den von ihnen genannten Medikamenten noch eine Reihe weiterer Immunsuppressiva, die jeweils ihre speziellen Einsatzgebiete haben: Derzeit im Handel sind natürlich die Steroide, dann als älteres Medikament Azathioprin, als modernes Medikament das Rapamycin oder Sirolimus, zur Beherrschung von Abstoßungsreaktionen die breit oder selektiv wirksamen Antikörperzubereitungen. Zudem gibt es noch eine Reihe weiterer Medikamente wie Everolimus, FTY720 und andere, die aber zum Teil nur im Rahmen von Studienbedingungen erhältlich sind.

Sicher ist hier Ihr betreuendes Transplantationszentrum der beste Ansprechpartner. Gerade eine Umstellung der Immunsuppression sollte nur von in der Transplantation erfahrenen Ärzten und in genauer Kenntnis Ihrer Befunde erfolgen.