Tägliches Leben nach Nierentransplantation:
Ernährung, Kinderwunsch
Ernährung und
Körpergewicht:
Damit die neue Niere möglichst lange und möglichst gut funktionieren kann, sollten alle Faktoren, die eine
Verschlechterung bewirken können, ausgeschaltet werden.
Dazu gehören neben dem hohen Blutdruck auch erhöhte
Blutfettwerte, da diese zu einer inneren Verkalkung der Adern führen können. Dies wiederum verschlechtert nicht nur die Durchblutung der transplantierten
Niere, auch alle anderen Organe sind betroffen.
Was kann man tun, um die Fettwerte zu senken? Was erhöht die Blutfettwerte?
Das beste ist eine
„vernünftige" Ernährung. Damit ist in Bezug auf die Blutfettwerte gemeint, dass man
wenig tierische und mehr pflanzliche Fette zu sich nehmen sollte. Auch eine sportliche Betätigung kann die Blutfette senken. Wenn dennoch hohe Blutfettwerte fortbestehen, ist oft eine medikamentöse Behandlung erforderlich.
Eine transplantierte Niere bedeutet nicht generell, dass eine bestimmte Diät
oder Ernährung erforderlich ist. Nur
wenn durch eine gestörte Funktion der Niere oder bei Beteiligung anderer Organe der Stoffwechsel gestört ist, muss die Ernährung entsprechend angepasst werden.
Da jeder Patient individuell beraten werden muss, gibt es auch keine allgemeingültigen Ratschläge. Die
Frage der Ernährung sollten Sie daher mit Ihrem behandelnden Nephrologen besprechen.
Kinderwunsch:
Häufig erwacht gerade bei
jüngeren PatientInnen, die nach der Transplantation nun ein wieder einigermaßen normales Leben führen können, der
Wunsch nach eigenen Kindern.
In den Anfängen der Transplantation wurde dieses Ansinnen für unmöglich gehalten. Mit den modernen Immunsuppressiva erfolgt aber nun langsam ein Umdenken. Bei stabiler Transplantatfunktion und ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen sind eigene Kinder für transplantierte Patienten keine Unmöglichkeit mehr.
Ganz wichtig ist aber in so einem Fall, dass Sie als Patient den Kinderwunsch vorher mit Ihrem
Nephrologen/Ihrem Transplantationszentrum besprechen, da bei der Immunsuppression und der
begleitenden Therapie oft Medikamente eingesetzt werden, die beim
Ungeborenen schwere Nebenwirkungen und sogar Fehlbildungen hervorrufen können.
Daher muss vor einer geplanten
Schwangerschaft die Medikation so umgestellt werden, dass hier das Risiko so gering wie möglich
gehalten wird.
Zudem sollte die Transplantation mindestens ein Jahr her sein und die transplantierte Niere eine gute Funktion aufweisen.
Zuletzt soll nicht verschwiegen werden, dass eine solche Schwangerschaft auch bei komplikationslosem
Verlauf stets als Risikoschwangerschaft zu betrachten ist und eine enge Begleitung nicht nur durch den Frauenarzt, sondern auch durch den behandelnden Nephrologen/Transplantationszentrum erfordert.
Nur dann können die Risiken für Mutter und Kind so gering wie möglich gehalten werden.
(c) Prof.
Dr. Mann und Dr.
med. Martin Pachmann
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