Fragen zum Dialyseshunt

Shunt
Shuntpflege
Shuntverschluss
Shuntblutung
Was ist ein Shunt?

Frage:

Aktuelles zur Shuntpflege - kann ein Dialysepat. mit Shunt z. B. zum Schwimmen gehen, wie pflege ich meinen Shunt richtig? Für Auskünfte wäre ich sehr dankbar.

Dr. Pachmann:

Ein Shunt, der nicht frisch operiert und nicht entzündet oder sonstig auffällig ist, gilt ähnlich wie eine intakte Haut. Allerdings pulsiert unter der Haut ein großes und mit starkem Druck gefülltes Gefäß. Wenn der Nephrologe oder das Dialysezentrum nichts dagegen hat, ist am dialysefreien Tag gegen Schwimmen nichts einzuwenden. Vermeiden sollte man Arbeiten mit großer Kraftanstrengung des Shuntarmes und verletzungsträchtige Tätigkeiten.

Einschränkend muss man aber sagen, dass für jeden Patienten unterschiedliche Voraussetzungen vorliegen können, vor allem auch was die (Nach-)blutungsgefahr angeht. Daher sollten diese Fragen neben der allgemeinen Empfehlung auch immer mit dem behandelnden Dialysezentrum besprochen werden.

Shuntverschlüsse
Frage:

Ich leide an einem Lupus erythematodes. Und wurde dadurch auch dialysepflichtig. Bei der Peritonealdialyse kam es immer wieder zu Infekten, so dass die Hämodialyse notwendig ist .Bei der damaligen Shuntanlage mußte die Verne hochverlagert werden und vor ca. einem Jahr war ein Goretex-Shunt notwendig. Der Shunt mußte bereits ca. 14 Mal dilatiert werden und in letzter Zeit bilden sich immer häufiger neue Shuntverschlüsse. Was kann man noch machen?

Dr. Pachmann:

Generell gilt für Shunts und Anlagemöglichkeiten, dass eine Beurteilung natürlich nicht über das Internet erfolgen kann.

Wenn alle üblichen Möglichkeiten für die Shuntanlage ausgereizt sind (beide Ober- und Unterarme einschließlich der Verwendung von Kunststoff-Materialien), gibt es prinzipiell auch die Möglichkeit der Anlage eines permanenten Katheters (sog. Demers- oder Vorhofkatheter), der bei etwa 15-30% der Patienten zum Einsatz kommt. Über diesen lässt sich meist sehr problemlos und ausreichend dialysieren, allerdings ist das Infektionsrisiko erhöht.

In letzter Zeit wird bei experimentellem Ansatz auch eine Shuntlage im Oberschenkel vorgeschlagen, diese Möglichkeit hat allerdings den Nachteil dass es sehr viele Komplikationen geben kann.

Eigentlich müsste aber Ihr Dialyszentrum einen kompetenten Shuntchirurgen kennen, der alle Möglichkeiten ausschöpfen kann? Ansonsten steht es Ihnen ja auch frei, sich selbst in einer großen (Uni-)Klinik mit nephrologischer Abteilung vorzustellen, um eine zweite Meinung einzuholen.

Nach Anmeldung zur Nierentransplantation dauert es in der Regel in Deutschland ca 5-6 Jahre, bis ein geeignetes Organ zur Verfügung gestellt werden kann. Eine Anmeldung mit höchster Dringlichkeit kann nur erfolgen, wenn alle anderen Möglichkeiten des Gefäßzuganges ausgeschöpft worden sind, dann ist in der Regel eine Transplantation innerhalb von wenigen Wochen möglich.

Die Lupusnephritis kann in der transplantierten Niere wiederkehren, darauf muss an eben entsprechend achten. Aber wenn der Gefäßzugang sehr schwierig geworden ist, sollte zumindest der erneute Versuch einer Transplantation erwogen werden. Dazu müsste Sie das für Sie zuständige Transplantationszentrum befragen, dort kann man Ihnen sicherlich weiterhelfen.

Shuntblutung
Frage:

Was kann man bei einer Schandblutung machen

Dr. Pachmann:

Draufdrücken!

Der Shunt ist ein Gefäß, das dicht unter der Haut liegt. Auch nach der Dialyse (wo mit der Dialysenadel ja ein kleines Loch gestochen wird) wird die Nachblutung durch Kompression gestoppt. Kommt es mehr als einmal zu einer Nachblutung, müssen mögliche Ursache wie Engstellen (Stenosen) in der abführenden Vene oder Gerinnungsstörungen abgeklärt werden.

Frage:

Was ist ein Schant?

Dr. Pachmann:

Ein Shunt ist eine künstlich angelegte Verbindung zwischen einer Vene und einer Arterie, durch die viel Blut fließen kann und die man daher verwenden kann, um das Blut für die Dialyse zu entnehmen und zurückzugeben.

 

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