Fragen zu: Langfristige Probleme an der DialyseWie lange kann man mit der Dialyse leben?Schwangerschaft bei DialysepatientinnenFrage:Ich schreibe gerade an meiner Facharbeit über " Schwangerschaften an der Dialyse", habt Ihr dort irgend etwas schriftliches? Dr. Pachmann:Leider haben wir keine "Informationsbroschüre" oder ähnliches, das wir ihnen zuschicken könnten. Insgesamt sind trotz besserem Verständnis der Urämie und besserer Versorgung vor allem mit Erythropoetin Schwangerschaften bei Dialysepatientinnen immer noch eher selten. Genauere Daten liefert die Medline http://www.pubmed.de/ z.B. mit den Eingaben "Pregnancy" und "dialysis" Zusammenfassend kann man sagen, dass man bei einer Schwangerschaft meist versucht, die Dialysedauer zu verlängern, engmaschig Blutbild und Elektrolyte kontrolliert und durch entsprechende Substitution möglichst gut einstellt. Zudem sollte ein Blutdruck gut kontrolliert werden und mit in der Schwangerschaft verträglichen Medikamenten gut eingestellt sein. Auf eine ausreichende Vitaminsubstitution muss natürlich auch geachtet werden. Und natürlich sollten Gynäkologe und Nephrologe eng Hand in Hand arbeiten Zuletzt bleibt zu sagen, dass es dennoch zu einer hohen Rate an Aborten kommt. Ein Abstract: Pregnancy in dialysis patients: where do we go from here? Hou S. Semin Dial. 2003 Sep-Oct; 16(5): 376-8 Current guidelines for dialysis in pregnant women have been developed in response to occasional dialysis patients who unexpectedly become pregnant. These include prolonged dialysis times, generally 20 or more hours per week. The increased dialysis time requires careful monitoring of phosphorus and potassium which may be removed in excessive amounts. Target serum bicarbonate for a pregnant woman is 18-20 mEq/L. Patients require increased supplementation of water soluble vitamins particularly folate. Increased doses of erythropoietin are needed to meet the demands for increased red cell production occasioned by pregnancy. Hypertension is the greatest danger to the mother and extreme vigilance is required up to six weeks postpartum. Volume status is difficult to predict and can only be determined by repeated clinical assessment. Only 50% of pregnancies result in a surviving infant and in the best subgroups, no more than 75% of pregnancies are successful. Over 80% of live born infants are premature, often severely premature. The key to improving the outcome of pregnancy in dialysis patients lies in decreasing premature labor and premature rupture of membranes in the late second and early third trimester. To this end, it is important for obstetricians to recognize that the risk of prematurity in pregnant dialysis patients is as higher or higher than in any other group and that any intervention, including such measures as progesterone and oxytocin antagonists, used to prevent premature labor in other groups should be considered in dialysis patients. Frage:Wie lange kann man mit der Dialyse leben? Dr. Pachmann:Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort und eine Vorhersage über die noch verbleibende Lebenszeit kann man nie sicher treffen. Fast immer sind es die gleichzeitig bestehenden Erkrankungen, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, und nicht die Nierenschwäche oder die Dialyse. Ein Diabetiker oder Patient mit Bluthochdruck, dessen Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass es bereits zu einem Nierenversagen und Dialysepflicht gekommen ist, hat die Aderverkalkung (Gefäßsklerose) nicht nur in den Nieren, sondern auch in allen anderen Adern (Arterien). Daher kommt es bei einem Diabetiker besonders leicht auch zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Verschlüssen der Beingefäße (pAVK / arterielle Verschlusskrankheit / Schaufensterkrankheit). Ein Patient mit Zystennieren oder einer Glomerulonephritis hat hingegen eine Erkrankung, die praktisch nur die Nieren betrifft. Daher kommt es auch viel seltener zu Komplikationen. Man muss jedoch auch berücksichtigen, dass die Niereninsuffizienz (Nierenfunktionsstörung) selbst auch ein Risiko für Gefäßverkalkung darstellt. Kurz gesagt: Das Risiko für schwere und bedrohliche Erkrankungen ist bei Dialysepatienten hauptsächlich von der zugrundeliegenden Nierenerkrankung abhängig. Es gibt Patienten, die seit 30 Jahren dialysieren, und das, obwohl die Hämodialysebehandlung früher eine erheblich größere körperliche Belastung dargestellt hat, da man die Technik noch bei weitem nicht so gut beherrschte, wie man das heute tut. Ein Diabetiker oder Patient mit Bluthochdruck hingegen hat ein deutlich erhöhtes Risiko für bedrohliche Komplikationen.
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