Welche Blutdruckmedikamente gibt es und wie wirken sie?

Es gibt zahlreiche und gut verträgliche Medikamente, die den Blutdruck sicher senken, das Leben deswegen verlängern und Herz-, Nieren- und Gehirnkrankheiten verhindern. 

 

Leider sind in den Beipackzetteln dieser Medikamente, die in den Schachteln liegen, extrem viele Nebenwirkungen aufgelistet. Dazu zählen auch Nebenwirkungen, die selbst bei tausendfacher Anwendung über mehrere Jahre fast nie aufgetreten sind und Nebenwirkungen, von denen man gar nicht genau weiss, ob sie überhaupt durch das Medikament verursacht werden können. 

Zusätzlich verwirrend ist an diesen Beipackzetteln, dass empfohlen wird, unter bestimmten Bedingungen das Medikament nicht einzunehmen. Dieses betrifft z. B. die Einnahme des Medikamentes bei Kindern oder in der Schwangerschaft. Meistens beruhen diese Empfehlungen nicht darauf, dass z. B. bei Kindern oder bei Schwangeren mit diesem Medikament Probleme aufgetreten sind, sondern weil z. B. Kinder oder Schwangere in den ersten Untersuchungen mit dem Medikament nicht behandelt wurden. 

 

Sie sollten sich daher eher auf den Rat Ihres Arztes verlassen bei der Auswahl Ihrer Medikamente und bei Verunsicherungen durch den Beipackzettel ihn ansprechen.

 

In den ersten Wochen nach Einnahme eines Medikamentes zur Blutdrucksenkung spüren manche Patienten Veränderungen, die durch den niedrigeren Blutdruck bedingt sind. Dazu gehören Schwindel beim schnellen Aufstehen, Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit u. a. Nach ein paar Wochen hat man sich daran gewöhnt. 

Sie müssen bedenken, dass die Blutdruckbehandlung eher nicht auf Wochen, sondern auf Jahre ausgelegt ist! Natürlich ist es unangenehm, wenn man einem beschwerdefreien Menschen sagt, sein Blutdruck sei zu hoch. 

Dann gibt man ein Medikament und die Blutdruckwerte sind zwar wunderschön, aber plötzlich sind Beschwerden vorhanden! Hier hilft nur der regelmäßige und vertrauensvolle Kontakt mit einem versierten Arzt.

 

Die Medikamente zur Blutdrucksenkung stellen oft die Gefäße weit, manche führen zu einer vermehrten Salzausscheidung über die Nieren und wiederum andere verlangsamen den Puls. 

 

Manche Blutdrucksenker greifen auch an den Steuerungszentren im Gehirn an. Oft genügt nicht ein Medikament, dann sollte der Arzt ein zweites aussuchen, das gut zu dem ersten Medikament passt. Das Prinzip ist dabei, durch Kombination von zwei oder mehreren Medikamenten die Wirkung auf den Blutdruck zu verstärken und die Nebenwirkungen zu vermindern. 

Man kann die Medikamente so aussuchen, dass sie ihre Nebenwirkungen gegenseitig aufheben können.

 

Die Liste der seltenen, aber möglichen Nebenwirkungen von Bluthochdruckmedikamenten ist lang und wird hier nicht aufgeführt. 

Auf jeden Fall sollte der Arzt nach Beginn einer Hochdruckbehandlung die Laborwerte noch mal prüfen. Dabei gehe ich davon aus, dass schon vor Beginn der Behandlung Nierenwerte, Blutzucker, Blutfette und Blutsalze überprüft wurden, genauso wie das EKG und ein Ultraschall der Nieren, oft auch des Herzens.

 

(c) Prof. Dr. Mann und Dr. med. Martin Pachmann

 

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