Fragen zu: Vererbte
Nierenkrankheiten,
Zystennieren, Alport-Erkrankung
Frage:
Ich habe
Markschwammnieren. Beide Nieren sind voll mit Steinen bis zu 5mm. Koliken
mit Steinabgängen habe ich schon einige hinter mir. Bin auch in ständiger
Betreuung einer Nephrologin. Nun weiß ich aber das, dass Krankheitsbild
sehr selten ist und bin immer auf der Suche nach jemanden der sich damit
auskennt?
Die
Markschwammniere gehört zu den angeborenen zystischen Nierenerkrankungen
des Menschen. Bei der Markschwammniere kommt es zu einer Erweiterung
spezieller Systeme (sog. Sammelrohre) in der Niere, die eigentlich den
Urin sammeln und in das Nierenbecken weiterleiten sollten. Diese
Sammelrohre erweitern sich, aus bisher unbekannter Ursache, zu kleinen Höhlen,
ähnlich den Höhlungen in einem Schwamm. Da Sammelrohre meist zur
Nierenmitte (= Nierenmark) vorkommen, sind diese Hohlräume meist dort
wahrzunehmen, daher stammt auch der Name.
Bislang
scheint es so, als würden Markschwammnieren nicht hundertprozentig
vererbt, die Veranlagung dazu besteht aber schon seit der Geburt. Die
Symptome treten meist erst im Erwachsenenalter auf. Eine Ursache für
diese Erkrankung ist nicht bekannt.
Mit
zunehmendem Alter kann sich Kalk in diesen Höhlungen ablagen und viele
kleine Nierensteine bilden, die sich im Gewebe der Niere vorfinden lassen.
Bei einem Abgang kann es zu Nierenkoliken kommen, aufgrund derer dann erst
die Diagnose gestellt wird. Diese Kalkablagerungen können zur
Verschlechterung der Nierenfunktion führen.
Daher ist es
wichtig, dass Patienten mit einer Markschwammniere in Betreuung bei einem
Nephrologen (Zusatzausbildung des Internisten mit Fachgebiet Nieren- und
Bluthochdruckerkrankungen) steht.
So kann die Nierenfunktion am besten erhalten werden und drohende
Komplikationen können frühzeitig erkannt und behandelt werden,
Eine Art
Selbsthilfegruppe ist mir bislang nicht bekannt. Dazu muss man aber auch
sagen, dass es außer der nephrologischen Betreuung eigentlich keine
sinnvolle Behandlung gibt.
Frage:
Ich habe seit Jahren eine Nierenerkrankung,(Gütelmannsyndrom).Ich
verliere Magnesium,Kalium und Eiweiß.Ich bekomme vom Arzt Magnesium und
Kalium verschrieben ,aber nichts für denn Eiweißmangel .Ich habe jetzt
drei künstliche Befruchtungen hinter mir ,leider nicht erfolgreich.
Meine Frage wäre ob sich die Nieren verschlechtern
durch die Einnahme von Hormonen oder ob es einen Zusammenhang gibt, daß
es mit dem Kinderwunsch nicht klappt.
Das Gitelmann-Syndrom ist eine erbliche Erkrankung
der Ionenkanäle in der Niere. Dadurch können bestimmte Blutsalze
(Elektrolyte) wie Natrium, Magnesium und Kalium nicht ausreichend im Körper
zurückgehalten werden und sie müssen über die Nahrung ersetzt werden.
Normalerweise führt das Gitelmann-Syndrom nicht zu
einem Eiweißverlust oder zu einer schweren Einschränkung der
Nierenfunktion. Ist bei Ihnen der Eiweißgehalt des Bluts tatsächlich
vermindert? Dann könnte eine andere oder weitere Nierenerkrankung
vorliegen.
Bei einem starken Eiweißverlust über die Niere kann
eine eiweißreiche Ernährung auch Schaden anrichten.
In der Regel verschlechtert sich die Nierenfunktion
nicht durch Hormoneinnahme.
Eine verminderte Nierenfunktion kann aber durch aus
dazu führen, dass die Empfängnisbereitschaft deutlich herabgesetzt ist,
daher sollten Sie sich von einem Nephrologen (Zusatzausbildung zum
Internisten mit Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen) beraten
lassen.
Frage:
Man hat bei mir durch CT eine angeborene Zystenniere
festgestellt. Daher suche ich für mich entsprechende Fachliteratur, um
mich mit meinem Krankheitsbild zu befassen.
Im Internet dient das Forum
http://www.zystennieren.de
als gute Informationsquelle, hier sind auch einige Buchtitel angegeben, die
ihnen weiterhelfen könnten.
Frage:
Mein Sohn (1) hat von Geburt an eine Zystenniere, die
nicht mehr arbeitet. Uns wurde gesagt das sie nicht entfernt werden muß
solange keine Symptome wie z.b. häufiges erbrechen, hohes Fieber und
Verstopfung auftreten. Ein anderer Arzt möchte sie aber mit 1 1/2 Jahren
entfernen. Was soll ich glauben?
In der Regel sollte eine größere Operation dann
durchgeführt werden, wenn der Nutzen für den Patienten größer ist, als
das Risiko, das man bei einer Operation eingeht. Ein Nutzen ist vor allem
dann gegeben, wenn die Zystenniere sehr häufig entzündet ist oder durch
ihre Größe Probleme bereitet. Eine nicht funktionierende Niere, die
keine ernsthaften Probleme bereitet, belässt man in der Regel im Körper.
Immerhin handelt es sich um eine nicht ganz risikoarme Operation.
Frage:
Ich habe Zystennieren, mit 38J festgestellt, noch
normale Nierenfunktion, Bluthochdruck, eingestellt mit Candesartan,
Kreatinin 0,7, auch mir geht es sehr gut. Meine Tochter hat ebenfalls
Zystennieren, mit 6J. festgestellt, normale Nierenfunktion, Bluthochdruck,
eingestellt mit Ramipril. Sie ist jetzt 8J. Es geht ihr sehr gut. Wie
lange wird es statistisch dauern, bis sie an die Dialyse muß, weil die
Nieren versagen?
Eine solche Beurteilung ist über das Internet nicht
möglich.
Meist richtet man sich bei der Abschätzung des
Verlaufs der Nierenfunktion bei familiären Zystennieren nach den Eltern
oder Großeltern, weil die Bandbreite extrem variabel ist.
Man weiß, das man durch eine gute
Blutdruckeinstellung, insbesondere mit ACE-Hemmern und
Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten (wie bei Ihnen und Ihrer Tochter
angewandt) die Verschlechterung der Nierenfunktion um Jahre bis Jahrzehnte
hinausgezögert werden kann.
Auffällig ist jedoch, dass bei Ihrer Tochter bereits
in der Kindheit ein Bluthochdruck besteht, der ein Zeichen der bereits
bestehenden Nierenschädigung sein kann. War das bei Ihnen auch so? In
diesem Fall ist die Blutdruckeinstellung und -Überwachung besonders
wichtig. Ein gutes Zeichen ist jedoch, dass es bei Ihnen und Ihrem Vater
erst in relativ spätem Lebensalter zu einer Verschlechterung der
Nierenfunktion zu kommen scheint.
Im übrigen kommt es mittlerweile häufiger vor, dass
man Patienten mit Zystennieren, bei denen sich eine Dialysepflichtigkeit
abzeichnet, bereits vor Dialysebeginn transplantieren kann, wenn ein
geeigneter Spender zur Verfügung steht.
Frage:
Ich habe Zysten-Niere
bds. und sehr starke Vergrößerung wegen der Zysten. Seit gestern nun
Habe ich eine dunkelbraune- bis dunkelorangene Verfärbung des Urins. Was
soll ich tun?
Antwort:
Sicher ist es am
sinnvollsten, wenn unter solchen Umständen zunächst beim Hausarzt (oder
sogar in der Apotheke) ein Streifentest des Urins durchgeführt wird.
Damit kann man Verfärbungen meist schon relativ gut zuordnen. Dann kann
in den meisten Fällen ja auch Behandlung und Untersuchung ambulant
erfolgen. Natürlich können färbende Nahrungsmittel und Medikamente,
insbesondere auch Vitamintabletten den Urin verfärben.
Jedoch auch eine
eingeblutete Zyste kann zu einer solchen Verfärbung führen, da dann das
alte Blut irgendwann in den Urin übertreten kann.
|
Weiter
|
Haben
Sie noch Fragen?
|
|

|
Auf vielfachen Wunsch unserer
Patienten und Webseiten-Besucher ist unser Nierenbuch nun auch
in einer modifizierten gedruckten Version über den Trias-Verlag
erhältlich.
Der Titel lautet: "Prof.
Dr. Johannes Mann: Der große Trias-Ratgeber für
Nierenkranke"
ISBN: 9783830434078
Bestellt werden kann das Buch
in jeder Buchhandlung oder
direkt beim Verlag. |
|
|
|
|