Fragen zu: Entzündungen der kleinen Nierengefäße / Vaskulitiden
Kollagenosen
Frage:
Ich möchte nicht so lange warten, bis ich einen
neuen Termin habe, deshalb die Fragen zum Laborergebnis. Habe SLE mit PBC
und der Arzt äußerte einen Verdacht auf Nierenbeteiligung.
Mein Hauptproblem ist große Müdigkeit und sehr
rasche Erschöpfung.
Labor 24 Std. Urin: Kreatinin-Ausscheidung 1,59
Grenzwert ist 0,7-1,5.
Im selbst gestesteten Urinstreifen mit Spontanurin
generell schon lange ein deutlich erhöhter Ery-Befund.
In der Regel ist eine erhöhte Ausscheidung von
Creatinin kein krankhafter Befund. Allerdings sollten im Urin keine roten
Blutkörperchen auftauchen.
Insofern kann man aus Ihren die Niere betreffenden
Angaben schließen, dass wohl eine Funktionsstörung der Nieren vorliegt.
Diese kann durchaus durch den Lupus verursacht sein.
Sollte man eine solche Nierenbeteiligung vermuten, wäre
der ncäshte Schritt vermutlich eine Gewebeprobe aus der Niere zu
entnehmen und die Aktivität des Lupus zu bestimmen. Um die Möglichkeit
einer Nierenbeteiligung einzugrenzen gehören neben der körperlichen
Untersuchung ein paar wenige Blutwerte, ein Urinstreifentest und eine
mikroskopische Untersuchung, auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauches
und besonders der Nieren sollte durchgeführt werden.
Frage:
Hallo, ich habe einen Systemischen Lupus
Erythematodes der meine Nieren angegriffen hat. Deshalb habe ich ein
halbes Jahr Endoxan intravenös bekommen (7,12 Gramm) und danach ein Jahr
Endoxan in Tablettenform (30 Gramm). Meine Ärzte meinen, dass die 37,12
Gramm Endoxan ausreichen, deshalb bekomme ich kein Endoxan mehr. Möchte
aber wieder Endoxan haben, weil meine Nieren sich verschlechtert haben. Im
Moment habe ich das Cell Cept ® (Mycophenlolatmofetil auch MMF), das wie
ich meine wenig bringt. Was kann ich jetzt tun?
Endoxan ist ein hochwirksames Medikament, das sich
gerade in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie dem Lupus bestens
bewährt hat.
Leider hat dieses Medikament auch Nebenwirkungen, die
mit der gesamten verabreichten Menge ansteigen.
Man hat daher Untersuchungen angestellt, welche
Gesamtmenge maximal gegeben werden sollte, um den Patienten nicht durch
die Behandlung mehr zu gefährden als durch die Erkrankung selbst. Die bei
Ihnen verabreichte Menge liegt in etwa in dieser Gegend, so dass die
Entscheidung Ihrer behandelnden Ärzte, kein Endoxan mehr zu verabreichen,
für mich gut nachvollziehbar ist.
Man muss aber sicherlich eine Behandlung für Sie
finden, die die Erkrankung gut unterdrückt. Hier kann es oft dauern, bis
das richtige Medikament bzw. die richtige Dosierung gefunden ist. Eine
Medikamentenempfehlung über das Internet ist leider nicht möglich, da zu
viele Faktoren beachtet werden müssen, für die man den Patienten/die
Patientin doch selbst kennen muss.
Frage:
Ich leide an einem
Lupus erythematodes. Und wurde dadurch auch dialysepflichtig. Bei der
Peritonealdialyse kam es immer wieder zu Infekten, so dass die Hämodialyse
notwendig ist .Bei der damaligen Shuntanlage mußte die Verne
hochverlagert werden und vor ca. einem Jahr war ein Goretex-Shunt
notwendig. Der Shunt mußte bereits ca. 14 Mal dilatiert werden und in
letzter Zeit bilden sich immer häufiger neue Shuntverschlüsse. Was kann
man noch machen?
Generell gilt für
Shunts und Anlagemöglichkeiten, dass eine Beurteilung natürlich nicht über
das Internet erfolgen kann.
Wenn alle üblichen Möglichkeiten
für die Shuntanlage ausgereizt sind (beide Ober- und Unterarme einschließlich
der Verwendung von Kunststoff-Materialien), gibt es prinzipiell auch die Möglichkeit
der Anlage eines permanenten Katheters (sog. Demers- oder Vorhofkatheter),
der bei etwa 15-30% der Patienten zum Einsatz kommt. Über diesen lässt
sich meist sehr problemlos und ausreichend dialysieren, allerdings ist das
Infektionsrisiko erhöht.
In letzter Zeit wird
bei experimentellem Ansatz auch eine Shuntlage im Oberschenkel
vorgeschlagen, diese Möglichkeit hat allerdings den Nachteil dass es sehr
viele Komplikationen geben kann.
Eigentlich müsste aber
Ihr Dialyszentrum einen kompetenten Shuntchirurgen kennen, der alle Möglichkeiten
ausschöpfen kann? Ansonsten steht es Ihnen ja auch frei, sich selbst in
einer großen (Uni-)Klinik mit nephrologischer Abteilung vorzustellen, um
eine zweite Meinung einzuholen.
Nach Anmeldung zur
Nierentransplantation dauert es in der Regel in Deutschland ca 5-6 Jahre,
bis ein geeignetes Organ zur Verfügung gestellt werden kann. Eine
Anmeldung mit höchster Dringlichkeit kann nur erfolgen, wenn alle anderen
Möglichkeiten des Gefäßzuganges ausgeschöpft worden sind, dann ist in
der Regel eine Transplantation innerhalb von wenigen Wochen möglich.
Die
Lupusnephritis kann in der transplantierten Niere wiederkehren, darauf
muss an eben entsprechend achten. Aber wenn der Gefäßzugang sehr
schwierig geworden ist, sollte zumindest der erneute Versuch einer
Transplantation erwogen werden. Dazu müsste Sie das für Sie zuständige
Transplantationszentrum befragen, dort kann man Ihnen sicherlich
weiterhelfen.
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