Fragen zu: Nierenschaden durch hohen Blutdruck
Hypertensive Nephropathie
Frage:
Hallo, ich bin 50 Jahre alt und habe seit Jahren
Bluthochdruck (zw. 160 und 180 oberer Wert und 100 bis 130 unterer Wert).
Nehme zur Zeit vier verschiedene Medikamente (Betablocker, ACE-Hemmer,
Diuretikum, Kalziumantagonist) ein. Gewicht ist normal (1,88 gross 90 kg).
Nun weiss ich nicht mehr weiter. Gibt es noch Medikamente, die helfen können?
Es gibt durchaus noch Medikamente, die auch bei der
bei ihnen schon umfangreichen Therapie noch eine deutliche weitere Senkung
des Blutdrucks bewirken können. Gelegentlich kann eine
Kombinationstherapie mit einem Angiotensinrezeptorblocker helfen,
ansonsten gibt es auch noch die sogenannten Reservemedikamente wie z.B.
die direkten Vasodilatatoren (Dihydralazin und Minoxidil). Diese
Medikamente sind zwar hochwirksam, haben jedoch ihre Tücken und können
nicht bei jedem Patienten angewendet werden. Es dürfte daher das Beste
sein, wenn Sie sich in Betreuung bei einem Nephrologen (Zusatzausbildung
zum Internisten als Spezialist für Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen)
in Behandlung begeben, denn dieser ist auf Probleme, wie sie bei ihnen
bestehen, spezialisiert.
Frage:
Ich habe nach dem Aufstehen am Morgen einen relativ
hohen Blutdruck(170:110)Nach kurzer Zeit normalisiert er sich. Bei körperlichen
Anstrengungen im Laufe des Tages passiert es öfters, dass er stark
absinkt.(90:50). Welche Ursachen kann das haben?
Die Ursachen für einen stark schwankenden Blutdruck
können vielfältig sein. Auch bei Gesunden schwankt der Blutdruck im
Tagesverlauf stark. Was bei Ihnen die Ursache für die
Blutdruckschwankungen ist, kann ich über das Internet natürlich nicht
feststellen.
Aber wenn Sie an einen Nephrologen (Zusatzausbildung
des Internisten mit Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen)
überwiesen werden, kann dieser (oder auch Ihr Hausarzt?)
vielleicht auch eine Langzeitblutdruckmessung vornehmen. Damit kann geklärt
werden, ob Ihre Blutdruckschwankungen im Bereich des Normalen liegen oder
eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
Frage:
Ich nehme für die Senkung des Blutdruckes einen
ACE-Hemmer ein. Ich messe täglich zweimal (morgens nach dem Frühstück
und abends nach dem Abendbrot) und habe im Schnitt 130 zu 81.
Da bei mir der Blutdruck hin zu den Morgenstunden am
höchsten ist und oft bis zu 160 zu 90 ansteigt habe ich gelesen, dass
dies Ursache eines erhöhten Blutvollumens sei. Stimmt das und was könnte
man dagen tun?
Wenn insbesondere in den Morgenstunden der Blutdruck
zu hoch ansteigt, ist die wahrscheinlichste Ursache, dass zu dieser Zeit
die geringste Medikamentenwirkung vorhanden ist. Daher wäre die erste Möglichkeit,
längerwirksame Medikamente zu verwenden oder die Blutdruckmedikamente
abends einzunehmen.
Zur Theorie: Die Nieren regeln (neben ihren anderen
und bekannteren Aufgaben wie Entgiftung und Entwässerung) auch den
Blutdruck. Eines der Instrumente ist die Beeinflussung des Blutvolumens.
Wenn der Blutdruck durch eine fehlerhafte Regelung zu stark ansteigt, kann
man durch Gabe von Medikamenten entgegenwirken.
So beeinflussen sowohl die ACE-Hemmer als auch die
Diuretika (wassertreibenden Medikamente) das Blutvolumen.
Allerdings hält die Wirkung nur so lange an, wie das
Medikament eingenommen wird.
Der Blutdruck sinkt also nur, weil das Medikament
eingenommen wird.
Frage:
Mein Mann hat einen Blutdruck von 165/175 zu 85/95.
Ich denke, das ist zu hoch. Zum Arzt geht er nicht. Was kann er für ein
nicht verschreibungspflichtiges Medikament einnehmen, damit eine Besserung
eintritt?
Sie haben völlig recht. Wenn der Blutdruck dauerhaft
über 130/90 liegt, muss man in jedem Fall von einem Bluthochdruck
sprechen.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Blutdrucksenkung
sind Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Menschen, Sport, gelegentlich
hilft salzarme Ernährung.
Alle wirksamen Blutdrucksenker sind
verschreibungspflichtig, daher kann ich Ihrem Mann nur dringend empfehlen,
zum Arzt zu gehen, am besten zu einem Kardiologen oder Nephrologen
(Internist mit Spezialisierung auf Patienten mit Nieren- und
Bluthochdruckerkrankungen) . Das tückische am Bluthochdruck ist, dass er
meist erst dann Beschwerden verursacht, wenn bereits schwerwiegende Schäden
aufgetreten sind.
Frage:
Nach mehereren UNtersuchungen hat sich
herausgestellt, dass mein zu hoher blutdruck situativ, also stressbedingt
ist. In der Praxis ist eher oft 160/100,in entspannteren Situationen nicht
so hoch. Selbst Blopress 16 mg. hat in der Arztpraxis keinen Einfluss mehr
auf die Höhe des RR. Meine Organe sind alle noch gesund; Ich bin 28 Jahre
und NIchtraucherin und Vegetarier. Sollte ich es mit noch mehr Sport
probieren?
In Ihrem Alter sollte der durchschnittliche Blutdruck
am ehesten bei 120/80mmHg oder darunter liegen. Überprüfen lässt sich
das am besten durch eine Langzeit-Blutdruckmessung, bei der ein kleines
tragbares Gerät über 24 Stunden immer wieder, auch im Schlaf, den
Blutdruck misst.
Wenn dann durchschnittliche Werte über 130/90mmHg
gemessen werden, liegt ein erhöhter Blutdruck vor. Als erste Maßnahme
ist Sport sehr sinnvoll und wichtig, wobei Ausdauersportarten bevorzugt
werden sollten Schwimmen ist hier sicherlich sehr sinnvoll. Auch eine
salzarme Ernährung und das Meiden von Alkohol und Nikotin (wie Sie ja
schon praktizieren) kann bei einem Teil der Patienten helfen.
Wenn dennoch erhöhte Blutdruckwerte vorliegen,
sollte eine medikamentöse Behandlung durchgeführt werden, um Schäden an
den Blutgefäßen zu vermeiden.
Die Auswahl des Medikamentes sollte von Ihrem Arzt
getroffen werden; spezialisiert auf diese Probleme sind Nephrologen
(Zusatzausbildung zum Internisten mit Fachgebiet Nieren- und
Bluthochdruckerkrankungen). Ganz wichtig ist eine regelmäßige Einnahme
von den verordneten Medikamenten, da sie nur dann ihre schützende Wirkung
am besten entfalten und die wenigsten Nebenwirkungen zeigen.
Frage:
Ich nehme seid ca.6 Jahren Beta-Blocker. Mit
Medikation im Durchschnitt 140/90. Oft niedriger. Habe leider in diesen
Jahren viel an Gewicht zugenommen, habe auserdem noch eine Schildrüsenunterfunktion.
Habe jetzt gehört. dass dies an den Blutdrucktabletten liegt?
Ein erhöhter Blutdruck ist über die Jahre mit einem
erheblichen Risiko verbunden, früh Schlaganfall, Herzinfarkt, Gefäßverkalkung
und Nierenfunktionsstörungen zu erleiden. Daher sollte die
Blutdruckbehandlung konsequent umgesetzt werden.
Je nach Risikoprofil gibt es verschiedene bevorzugte
Medikamente, so z.B. bei Herzkrankheit der Betablocker.
Es zeigt sich aber in verschiedenen Studien immer
wieder, dass das wichtigste Ziel das Erreichen eines normalen
Blutdruckprofils ist.
Insofern kann es gut sein, dass ein anderes
Medikament, das weniger müde macht, bei ihnen dieselbe schützende
Wirkung entfaltet. Über das Internet ist dies leider nicht gut zu
beurteilen, aber ein Nephrologe (Zusatzausbildung zum Internisten mit
Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen) kann ihnen hier sicher
am besten weiterhelfen.
Im übrigen kann auch eine Schilddrüsenunterfunktion
sehr wohl für eine Gewichtszunahme verantwortlich sein, also sollte diese
auch ausreichend behandelt werden.
Frage:
Guten Tag, bitte informieren Sie über Impotenz, die
durch Blutdrucksenker entstehen kann, wie sie in den Beipackzetteln der
Medikamente angeführt sind.
Diese Nebenwirkung wird weithin überschätzt. In einer aktuelle Studie
(in Italien) wurden Patienten mit einen Blutdruckmedikament oder einem
Scheinmedikament (Plazebo) behandelt. In beiden Gruppen kam es gleich häufig
zu sexuellen Problemen, so dass der Eindruck bestehen bleibt, dass es sich
um eine sehr seltene Nebenwirkung handeln dürfte.
Frage:
Ich habe wegen zu hoher Pulswerte insbesondere im
Ruhezustand das Medikament Metoprolol verordnet bekommen. Einmal davon
abgesehen, dass die Pulswerte seither nur unwesentlich zurückgegangen
sind, habe ich seit etwa dieser Zeit einen Reizhusten. Ist das eine
bekannte Nebenwirkung des Medikaments?
Meist verwendet man die Betablocker, zu denen das
Metoprolol gehört, um eine koronare Herzkrankheit, einen erhöhten
Blutdruck oder eine Schilddrüsenüberfunktion zu behandeln.
Oft sind diese Medikamente gut verträglich, eine
Patienten vertragen sie jedoch nicht. Reizhusten ist keine häufige
Nebenwirkung, kann jedoch vorkommen. In diesem Fall muss man
wahrscheinlich auf ein anderes Präparat umstellen. Wenn der Betblocker
die Pulsfrequenz nicht senkt, sollten die Schilddrüsenwerte kontrolliert
werden, in seltenen Fällen kann es auch an einer Überproduktion von
Stresshormonen liegen.
Die sinnvollste Möglichkeit, selbst und ohne
Medikamente den Ruhepuls zu senken, ist Ausdauersport. Homöopathische
Medikamente helfen meist nicht, ein Versuch ist aber sinnvoll.
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