Fragen zu: Blutuntersuchungen

Frage:

was bedeuten folgende Blutwerte für die Nieren:

Kalium i.S. 5,9
Kreatinin i.S. 228
ASAT   0,91
Leukozyten 21000
Erythrozyten 4,00
Hämoglobin   8,2
Thrombozyten 108
Fibrinogen 1,2

Es handelt sich um einen Patienten nach einem schweren Unfall.

Dr. Pachmann:

Das Kalium von 5,9 ist ein beginnend bedrohlicher Wert, dieser muss kontrolliert und ggf. medikamentös gesenkt werden.

Das Kreatinin entspricht einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion, über eine Ursache lässt sich aus den Werten nichts sagen, auch nicht über die richtige Behandlung.

Die hohen Leukozyten sprechen für einen Infekt oder eine Behandlung mit Steroiden. Das Hämoglobin ist zu niedrig.... 

Sie sehen, diese Werte beschreiben nur eine Momentaufnahme, bei der im Körper des Patienten einiges im Argen zu liegen scheint. Aber ein Behandlungsvorschlag lässt sich daraus nicht ableiten, ebenso wenig wie eine Aussage, ob sich der Gesundheitszustand wieder bessern wird. 

Unfälle führen häufig zu Schockgeschehen und schweren Infektionen. Beide Krankheitsbilder können ein Nierenversagen auslösen.

Frage:

Hallo ich wüsste gerne ab was für einen Kreawert eine sehr große einschränkung da ist.

Dr. Pachmann:

Dies ist leider nicht an einem bestimmten Creatininwert festzumachen.

Ab etwa 60% Nierenrestfunktion muss mit begleitenden Komplikationen und Störungen gerechnet werden. Dies kann bei einem muskelschwachen älteren Menschen bereits bei einem Creatininwert von ca. 2mg/dl erreicht sein, bei einem jungen, sonst gesunden Menschen mit viel Muskelmasse jedoch erst bei über 5mg/dl vorliegen.

Frage:

ich habe ein Problem und zwar wurde mir ein Nierenstein mit der ESWL Therapie zertrümmert.

Im Krankenhaus wurde eine 24 Stunden Urin Untersuchung gemacht, alle Werte waren in Ordnung bis auf den Harnstoffwert. (mein Wert: 4,84 ; Referenz des Labors 7-20) Jetzt habe ich gelesen, dass ein niedriger Wert auf eine Niereninsuffiziens hinweisen kann. Halten sie diesen Wert für bedenklich? Im Blut lagen die Werte wohl im Normbereich. Mache mir ziemliche Sorgen, dass mit meinen Nieren etwas stimmt.

Dr. Pachmann:

Die Harnstoffausscheidung über den Urin ist in sehr hohem Maß abhängig von der Harnstoffproduktion im Körper, diese richtet sich insbesondere nach Art und Menge der Nahrungszufuhr. Daher ist eine sinnvolle Aussage über die Harnstoffausscheidung nur als Quotient des zu dieser Zeit im Blut enthaltenen Harnstoffes möglich ("Wieviel des im Blut enthaltenen Harnstoffs werden pro Tag über den Urin ausgeschieden"). Und erst diese fraktionelle Harnstoffausscheidung kann eine Aussage über die Funktionsfähigkeit der Nieren treffen. Wenn die Blutwerte alle in Ordnung waren, ist wahrscheinlich eher davon auszugehen, dass keine Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt. Leider ist es über das Internet absolut nicht möglich, Ihre Werte konkreter zu beurteilen, geschweige denn, konkrete Behandlungsvorschläge zu machen.

Frage:

Bei mir wird fast immer ein zu hoher Kaliumwert gemessen. Ich nehme wegen COPD und Lungenemphysem viele Medikamente ein. Was kann das sein?

Dr. Pachmann:

Bei den Elektrolyten soll der Kaliumwert unter 5,0-5,5mmol/l liegen. Höhere Werte, die durch Medikamente ausgelöst werden können, tragen durchaus ein Risiko für Herzrhythmusstörungen in sich. Am besten lassen Sie sich durch einen Nephrologen (Zusatzausbildung zum Internisten mit Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen) untersuchen, der Ursache und Behandlung des zu hohen Kaliumspiegels klären kann.

Frage:

Warum und wann sind Blutuntersuchungen "nüchtern" durchzuführen. Werden alle Entzündungen im Körper erkannt?

Dr. Pachmann:

Manche Werte sind stark von der Nahrungsaufnahme abhängig. Um diese Werte beurteilen zu können, sollte die Blutabnahme unter standardisierten Bedingungen erfolgen. Besonders bei den Blutfettwerte, aber auch bei manchen Medikamentenspiegeln und bei anderen Werten ist dies besonders relevant.

Für unterschiedliche Arten der Entzündung gibt es unterschiedliche Parameter. Doch auch bei Anwendung aller Blutuntersuchungen ist es sicher möglich, dass besondere Formen oder nur gering ausgeprägte Entzündungen nicht erkannt werden.

Frage:

Was wird im Blut bei der Dunkelfeldkammer-Methode untersucht?

Dr. Pachmann:

Man kann mit dieser Methode dreidimensionale Strukturen wie Blutzellen besser erkennen.

 

Antikörper

Frage:

Wie heißt bitte die Nierenkrankheit, die Antikörper gegen seine eigene Niere abgibt und daher evtl. an die Dialyse muß?

Antwort:

Leider geht eine große Zahl von Nierenerkrankungen mit der Bildung von Antikörpern einher.

Und praktisch jede Nierenkrankheit kann zur dialysepflichtigen Niereninsuffizienz führen.

Die wichtigsten sind:

  • Systemischer Lupus erythemtodes (ANA-Antikörper, Anti-dns)
  • Morbus Wegener (c-ANCA)
  • Mikroskopische Polyangiitis (p-ANCA)
Aber leider gibt es auch noch eine große Zahl anderer Erkrankungen, die mit Antikörperbildung und Nierenschäden einhergehen.

 

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Zweiter Teil: Die körperliche Untersuchung