Fragen zu: Beschwerden bei Nierenerkrankungen

Beschwerden, die mit einer Nierenerkrankung zusammenhängen könnten:

Schwellung, Ödeme

Frage:

Ich leide seit etwa 12 Monaten unter einem Neurodermitisschub, den ich bislang mit Salben mit niedrig dosiertem Kortison behandelt habe. Unter der Behandlung habe ich sichtbar an Gewicht zugenommen.

Handelt es sich dabei eher um Wassereinlagerungen oder um Fettstammzellveränderungen?

Dr. Pachmann:

Natürlich ist ohne eine körperliche Untersuchung nicht zu beurteilen, ob sich Ihre Gewichtszunahme eher durch Wassereinlagerung oder Fettzllen erklärt.

Als Hinweis kann vielleicht dienen, dass bei einer Haut mit Wassereinlagerung nach Daumendruck eine mehr oder weniger tiefe Delle zurückbleibt. Außerdem sammelt sich das Wasser, der Schwerkraft entsprechend in den abhängigen Körperpartien, in der Regel also in Füßen und Beinen .

Da aber sowohl eine durch Cortison bedingte Gewichtszunahme als auch Wassereinlagerungen unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollten, kann ich Ihnen nur dringen(!) raten, sich an einen Internisten oder Hautarzt zu wenden, um entweder die Therapie umzustellen oder eine Ursache für die Wassereinlagerungen zu finden.

Zur Abklärung einer Nierenerkrankung sind nicht viele Dinge notwendig: Ein paar Laborwerte (insbesondere Creatinin und Harnstoff), ein Ultraschall und eine Urinuntersuchung sowie eine körperliche Untersuchung. Dann kann man auch feststellen, ob ein Zusammenhang mit der Nierenbeckenentzündung besteht.

Frage:

Ich leide immer wieder unter Wassereinlagerungen in den Füßen. Dazu fühle ich mich schlapp, unwohl und schwindelig. Vor einigen Jahren wurde ich von Arzt zum Nierenultraschall geschickt auf Grund von Eiweiß im Urin. Dort wurde nichts gesehen.

Haben die Wassereinlagerungen mit den Nieren was zu tun?

Dr. Pachmann:

Nach Ihren Angaben halte ich es für durchaus denkbar, dass die Wassereinlagerungen durch eine gestörte Nierenfunktion zustande kommen können. Gerade wenn schon vor Jahren eine sonst nicht erklärbare Eiweißausscheidung im Urin vorhanden war, sollte hier eine genaue Abklärung erfolgen, am besten bei einem Nephrologen (Zusatzausbildung zum Internisten mit Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen). Hier kann geklärt werden, ob bei ihnen eine behandlungsbedürftige Nierenerkrankung vorliegt.

Frage:

Hallo, ich leide seit 28J auf ein Ödem, der im Linken Fuss ist. Habe damals eine Abtreibung gehabt und eine Woche danach ist diese Ödem entstanden. Meine Nieren sind in Ordnung, aber seit2 Jahren sind morgen auch meine Augen geschwollen.

Dr. Pachmann:

Ein einseitiges Ödem deutet auf eine Abfluss-Störung der Lymphgefäße hin. Haben Sie es schon mit Lymphdrainagen versucht?

Wenn die Ödeme allerdings am ganzen Körper erscheinen, liegt dies meist an einer Fehlfunktion der Nieren, z.B. einer erhöhten Eiweißausscheidung, oder an einer Herzschwäche.

Beides können Sie von einem Nephrologen (Zusatzausbildung zum Internisten mit Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen) untersuchen lassen.

Schmerzen, sonstige Beschwerden

Frage:

Ein anhaltender Salzgeschmack im mund hat das etwas mit einem nierenleiden zu tun?

Dr. Pachmann:

Ein zunehmender Funktionsausfall der Nieren kann, neben vielen anderen Problemen, auch zu einer Geschmacksstörung führen. In der Regel wird dieser aber als metallisch beschrieben, meist mit Appetitlosigkeit und allgemeiner Schwäche verbunden.

Ein anhaltender Salzgeschmack ist aber in der Regel bei sonst völliger Gesundheit nicht direkt auf ein Nierenleiden hinweisend.

Frage:

In letzter Zeit habe ich eine Art Stechen im Unterleib auf beiden Seiten.

Diese Schmerzen habe ich einmal schwächer einmal stärker. Die Laborwerte und Urinbefunde sind jedoch alle in Ordnung.

Dr. Pachmann:

Generell ist es nicht möglich, über das Internet eine Diagnose zu stellen oder gar einen Behandlungsvorschlag zu machen. Das liegt daran, dass weder alle Befunde vorliegen, noch dass eigene Befunde erhoben oder Untersuchungen durchgeführt werden können.

Wenn die Beschwerden nicht von den Nieren kommen, und dafür sprechen ja die unauffälligen Urinbefunde, ist die Wirbelsäule bzw. Bandscheiben der nächste Verdächtige.

Andere Beschwerden:

Frage:

Heute habe ich mein Blutdruck gemessen und habe 139 zu 98 und der Puls ist dabei immer über 100.Ich  leide unter Angina-Pecturis muß ich dazu sagen. Meine Frage ist, warum ist mein Puls immer, wirklich immer höher als die anderen Werte.

Dr. Pachmann:

Diese Frage kann man nicht so beantworten. Die Pulsfrequenz ist sehr variabel. Sie kann auch bei über 100 noch normal sein. Aber das sollte ein Kardiologe an weiteren Untersuchungen beurteilen. Es ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich, dass diese Beschwerden mit einer  Nierenerkrankung in direktem Zusammenhang stehen.

 

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Zweiter Teil: Die körperliche Untersuchung